Bislang hatte ich meine astronomischen Beobachtungen stets auf die Nacht beschränkt. Seit längerem hatte ich jedoch mit dem Gedanken gespielt, mir ein H-Alpha-Teleskop zuzulegen, mit dem die Beobachtung der Sonne – am Tage versteht sich – möglich wäre. Ein H-Alpha-Teleskop verwendet einen speziellen Filter, ein Fabry-Pérot-Etalon, um äußerst schmalbandig die Wasserstoffemission der Sonne durchzulassen. Die Wellenlänge, auf die das Etalon kalibriert ist, ist die Wasserstoff-Alpha-Linie, daher auch die Bezeichnung des Teleskops. Natürlich könnte man auch im Weißlicht die Sonne beobachten (vorallem wesentlich günstiger , mittels Sonnenfilter und einem gewöhnlichen Refraktorteleskop. Hiermit ist jedoch nur die Beobachtung von Sonnenflecken möglich, an denen man sich schnell sattgesehen hat. Laut Literatur ist die Sonne während des Aktivitätsminimums im solaren Zyklus zuweilen zudem extrem unspektakulär im Weißlicht – also eher ungeeignet für Outreach-Events 😅.

Das Acuter 40/400 an der SolarQuest, mit ZWO ASI533 und Baader Hyperion Barlow 2,25x

Entschieden hatte ich mich nun für ein Acuter 40/400. Das Acuter hatte ich schon seit seinem Release vor einem Jahr beobachtet, in der Hoffnung irgendwann ein Schnäppchen zu machen. Aber Teleskope sind offenbar wie Musikinstrumente – äußerst preisstabil bis zur Produkteinstellung. Bevor es nun in dem Sommer gehen sollte, hatte ich daher zugeschlagen. Mit dazu habe ich noch die SkyWatcher SolarQuest Sonnenmontierung genommen, die ein vollautomatisches Finden und Tracken der Sonne ermöglicht. Dadurch sollten stundenlange Beobachtungen möglich sein.

Zunächst hatte ich noch eine Kamera im Warenkorb, hatte mich dann jedoch entschlossen, es einfach mit meiner vorhandenen ZWO ASI533 zu versuchen. An diese hatte ich noch meine Baader Hyperion 2,25x Barlow geschraubt. Und was soll ich sagen? Ich bin von den Aufnahmen schwer begeistert. Die Abbildungsleistung durch das mitglieferte Zoom-Okular, wenn auch einfach verarbeitet, ist wider Erwarten sehr gut. Lediglich das scheinbare Gesichtsfeld verengt sich relativ stark mit abnehmender Okularbrennweite (zunehmender Vergrößerung). Auch fotografisch gibt es nichts auszusetzen. Während viele H-Alpha-Teleskope einen Sweetspot haben, einem Bildbereich, in dem der Filter am besten funktioniert, ist das Filterverhalten meiner Meinung nach beim Acuter homogen genug. Ich hatte mit der ASI533+2,25x Barlow zumindest nix Gegenteiliges finden können. Hier findet sich nun mein erstes Sonnenfoto, aufgenommen innerhalb von 5 Minuten, debayered mittels PIPP, gestackt mit AutoStakkert 4 (beste 25 %) und verarbeitet mit PixInsight und ImPPG:

Die Sonne am 25.04.26. Aufgenommen mit dem Acuter 40/400