WR 134 gehört zu den Motiven, bei denen auf einer einzelnen Aufnahme zunächst kaum etwas Spektakuläres zu erkennen ist. Rund um den Stern liegt eine sehr schwache Blase aus ionisiertem Gas, deren markantester Teil nur als feiner Bogen sichtbar wird. Entsprechend viel Geduld war für dieses Bild nötig: Sechs Nächte und insgesamt etwa 35 Stunden Belichtungszeit kamen am Ende zusammen.
WR 134 befindet sich rund 6.000 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schwan. Es handelt sich um einen Wolf-Rayet-Stern der Spektralklasse WN6 – einen sehr heißen, weit entwickelten massereichen Stern, der seine äußeren Schichten teilweise bereits abgestoßen hat. Seine schnellen Sternwinde treffen auf das umgebende Material und formen eine ausgedehnte Blase. Besonders gut lässt sich ein Teil dieser Struktur im Licht des ionisierten Sauerstoffs, O III, erkennen. Im Bild erscheint diese Emission türkis bis blaugrün. Sie hebt sich nur schwach von den wesentlich kräftigeren roten H-Alpha-Nebeln ab, die große Teile der Region durchziehen.
Für die Aufnahmen habe ich meinen 8-Zoll-Newton mit 1.000 Millimetern Brennweite, eine astromodifizierte Nikon Z6 und einen Antlia Triband RGB Ultra Filter verwendet. Die meisten Einzelbilder wurden jeweils fünf Minuten bei ISO 800 belichtet. Einige Versuche mit längeren Belichtungszeiten brachten keinen erkennbaren Vorteil und ließen lediglich die helleren Sterne stärker ausbrennen, daher blieb es schließlich bei 300 Sekunden pro Aufnahme.
Auf den einzelnen Frames war von der späteren Blase erwartungsgemäß nur sehr wenig zu erkennen. Erst durch das Zusammenführen der Aufnahmen aus allen sechs Nächten trat der schwache Bogen langsam aus dem Hintergrund hervor. Auch die Bildbearbeitung erwies sich als aufwendig. Nach der Kalibrierung und Integration in PixInsight wurden zunächst Hintergrund und Farben korrigiert und anschließend Sterne und Nebel voneinander getrennt. Danach extrahierte ich die H-Alpha- und O-III-Anteile aus den Farbdaten mittels DBExtract und bearbeitete sie separat. Vor allem der schwache O-III-Bogen benötigte eine gezielte Kontrastverstärkung und eigene Masken, bevor beide Emissionsanteile wieder zu einem Farbbild zusammengesetzt werden konnten.
Die Farbgebung ist daher keine streng natürliche Wiedergabe, sondern eine interpretierende Darstellung der tatsächlich aufgenommenen Emissionslinien: Rot für den dominierenden Wasserstoff und Türkis für den ionisierten Sauerstoff.
Selbst nach 35 Stunden Belichtungszeit drängt sich die Blase um WR 134 nicht sofort in den Vordergrund. Man muss etwas genauer hinsehen – aber gerade das macht dieses Motiv für mich besonders reizvoll.
