Am 9. Mai 2026 waren wir mit dem Astro-Stammtisch Chemnitz beim TUCtag und der Langen Nacht der Wissenschaften auf dem Campusplatz der TU Chemnitz vertreten. Mit dabei waren außerdem die Chemnitzer Amateurfunker, wodurch unser Stand nicht nur optisch, sondern auch funktechnisch ziemlich gut ausgestattet war.

Am Nachmittag stand zunächst die Sonne im Mittelpunkt. Mit zwei H-alpha-Teleskopen konnten wir unser Zentralgestirn im Licht des Wasserstoffs zeigen. Das ist schon etwas anderes als der übliche „helle Ball am Himmel“. Genau dafür mag ich die Beobachtung in H-alpha: Man schaut nicht einfach nur auf die Sonne, sondern bekommt zumindest eine kleine Ahnung davon, dass dort oben tatsächlich ein ziemlich unentspannter Fusionsreaktor arbeitet. Direkt daneben zeigten die Amateurfunker, dass man den Himmel nicht nur mit Teleskopen erkunden kann. Zu sehen waren unter anderem Funktechnik für den geostationären Satelliten QO-100, ein Aufbau zum Empfang des Sonnenrauschens im X-Band sowie digitale Kurzwellenkommunikation mit FT8. Ich finde diese Kombination aus Astronomie und Funktechnik ziemlich reizvoll, dabeide Bereiche auf sehr unterschiedliche Weise dasselbe Ziel verfolgen: Signale aus der Ferne sichtbar, hörbar oder zumindest irgendwie greifbar zu machen.

Der Andrang hat uns ehrlich gesagt ziemlich überrascht. Schon am Nachmittag blieben viele Besucherinnen und Besucher am Stand stehen, stellten Fragen und kamen teilweise später noch einmal wieder. Besonders schön war, dass sich aus einem kurzen Blick durch das Teleskop oft längere Gespräche entwickelten: über die Sonne, über Filtertechnik, über Planeten, über Astrofotografie und natürlich über die Frage, warum das Bild durch ein Okular meistens nicht so aussieht wie die spektakulären Fotos aus dem Internet. Spoiler: Weil Astrofotografie ungefähr zu gleichen Teilen aus Technik, Geduld, Wetterfrust und nachträglichem Fluchen am Rechner besteht.

Am Abend ging der TUC Tag dann nahtlos in die Lange Nacht der Wissenschaften über. Nachdem es dunkler geworden war, richteten wir die Teleskope auf Jupiter und später auch auf ausgewählte Deep-Sky-Objekte. Beobachtet wurde unter anderem mit Dobson- und Schmidt-Cassegrain-Teleskopen. Gerade Jupiter ist für solche Veranstaltungen dankbar, weil man auch ohne lange Erklärung sofort erkennt, was man da sieht. Ein weiterer Höhepunkt war der Vortrag „Reise zu den Sternen“ unseres Stammtischmitglieds Frank um 22 Uhr. Der Vortrag war sehr gut besucht und bot einen schönen Bogen von Objekten, die man mit bloßem Auge oder einfachen Teleskopen sehen kann, bis hin zu größeren Fragen der Astronomie.

Für mich war der Tag eine schöne Bestätigung dafür, dass Astronomie als Outreach-Thema funktioniert. Man braucht nicht viel, um Menschen neugierig zu machen: ein Teleskop, ein halbwegs klarer Himmel, ein paar sichtbare Strukturen auf der Sonne oder ein kleiner Jupiter im Okular reichen oft schon aus. Und wenn dann direkt daneben noch Antennen, Satellitenfunk und Sonnenrauschen ins Spiel kommen, ist die Mischung eigentlich perfekt.

Vielen Dank an die TU Chemnitz für die Möglichkeit, Teil des TUCtags und der Langen Nacht der Wissenschaften zu sein, an die Chemnitzer Amateurfunker für die tolle Zusammenarbeit und natürlich an alle Besucherinnen und Besucher, die vorbeigeschaut, gefragt, gestaunt und mit uns in den Himmel geschaut haben.