Vor einiger Zeit habe ich mir einen Bambu Lab H2S zugelegt. Der Hauptgrund dafür war sein deutlich größerer Bauraum: Während mein Prusa i3 MK3S auf 250 × 210 × 210 Millimeter begrenzt ist, stehen beim H2S 340 × 320 × 340 Millimeter zur Verfügung. Damit lassen sich endlich auch Bauteile drucken, die ich bisher zerlegen oder vollständig verwerfen musste.
Zum Lieferumfang des H2S gehört eine strukturierte PEI-Druckplatte. Diese ist durchaus vielseitig und eignet sich nicht nur für alltägliche Filamente wie PLA und PETG, sondern auch für TPU sowie grundsätzlich für verschiedene Hochtemperaturmaterialien. Bei ASA und einigen weiteren technischen Filamenten sieht Bambu allerdings die Verwendung eines Klebestifts vor oder weist zumindest darauf hin, dass ein zusätzlicher Haft- beziehungsweise Trennfilm notwendig sein kann. Das ist grundsätzlich kein großes Problem. Ich hatte allerdings wenig Lust, meine Druckplatte regelmäßig mit Verbrauchsmaterial einzuschmieren.Deshalb suchte ich nach einer separaten Platte für ASA und andere anspruchsvollere Filamente, die möglichst ohne zusätzliche Haftmittel auskommt.
Bei meiner Recherche stieß ich immer wieder auf G10, häufig auch als Garolite bezeichnet. Dabei handelt es sich um ein steifes und dimensionsstabiles Laminat aus Glasfasergewebe und Epoxidharz. Schließlich fand ich mit IDE 3D einen deutschen Anbieter, der eine passende G10-Druckplatte für den Bambu Lab H2S anbietet.
Bislang bin ich mit der Platte äußerst zufrieden und da ich nur durch Zufall auf den Shop gestoßen bin, dachte ich mir, ich verfasse hier mal einen kurzen Bericht. Auf meinem Prusa MK3S hatte ich damit selbst innerhalb meiner selbst gebauten IKEA-Einhausung regelmäßig mit Warping zu kämpfen. Auf dem H2S hält das Material auf der G10-Platte dagegen wie eine Eins, ganz ohne Klebestift. Nach dem Druck und einer kurzen Abkühlphase lässt sich das Bauteil trotzdem problemlos wieder lösen. Ganz fair ist der Vergleich zwischen beiden Druckern natürlich nicht. Der H2S besitzt eine aktiv beheizte Druckkammer und bietet damit wesentlich kontrolliertere thermische Bedingungen als meine frühere DIY-Einhausung. Die G10-Platte ist also sicherlich nicht allein für das gute Ergebnis verantwortlich. Im Zusammenspiel mit dem H2S erfüllt sie ihren Zweck aber genau so, wie ich es mir erhofft hatte: zuverlässige Haftung während des Drucks, einfache Ablösung danach und vor allem kein ständiges Rumgematsche mit Prittstift.
Für PLA und PETG kann weiterhin die mitgelieferte PEI-Platte zum Einsatz kommen. Für ASA und andere technische Filamente habe ich nun meine separate G10-Platte. Und der Prittstift darf vorerst in der Schublade bleiben.