In den vergangenen beiden Nächten hatte ich mein Teleskop auf Sh2-132 gerichtet, den Löwennebel im Sternbild Kepheus. Die ausgedehnte H-II-Region liegt nahe der Grenze zur Eidechse und wird von mehreren massereichen Sternen geprägt. Deren intensive Strahlung und Sternwinde ionisieren das umgebende Gas und formen die leuchtenden Strukturen des Nebels.
Auf Aufnahmen dominiert vor allem das Signal des Wasserstoffs. Das deutlich schwächere O-III-Signal hält sich dagegen gern etwas zurück. Diesmal waren die Bedingungen jedoch günstig: Der Mond war lediglich zu acht Prozent beleuchtet und störte die beiden Nächte entsprechend wenig. Zusammen mit der gesammelten Belichtungszeit reichte das aus, um überraschend viel vom Sauerstoffsignal sichtbar zu machen. Gerade beim Bearbeiten der Daten war das eine schöne Überraschung. Zwischen den kräftigeren Wasserstoffregionen treten auch die feineren O-III-Strukturen hervor und geben dem Nebel zusätzliche Tiefe. Ob man darin tatsächlich einen Löwen erkennt, ist – wie bei vielen astronomischen Objektnamen – eine Frage der Fantasie. Aber gerade das gehört schließlich dazu.
